-by (gesprochen bü) ist eine Ortsnamenendung, die in Schleswig, Ostfalen und außerhalb von Deutschland vorkommt.

Skandinavischer Ursprung und Verbreitung

Die Endung (Suffix) kommt auch in Skandinavien, im Danelag (in England) und in der Normandie vor. Allein in Schweden gibt es etwa 3400 Ortsnamen mit dieser Endung.[1]

Beispiele für englische Ortsnamen mit -by: [2]

Die schleswigschen Ortsnamen auf -by sind in der Regel ursprünglich dänisch und bedeuteten in der Regel „Hof, Bauernhof“. Daraus entwickelte sich die Bedeutung „Ansammlung von Höfen“ und später die Bedeutungen „Ort“, „Dorf“, „Stadt“.[1]

Siehe auch Herzogtum Schleswig, Abschnitt Siedlungsgeschichte und Bevölkerung.

Der Suffix im Herzogtum Schleswig

Im Herzogtum Schleswig gibt es beiderseits der heutigen deutsch-dänischen Grenze viele Ortsnamen, die auf -by enden. In aller Regel bedeuten hier die Endungen „Ort“ oder „Dorf“. Die Südgrenze des geschlossenen dänischen bzw. skandinavischen Gebietes mit Ortsnamen, die auf -by enden, verläuft im Osten durch die Eckernförder Bucht und die Stadt Eckernförde (Stadtteil Borby) und von dort aus bis Owschlag (Ortsteil Norby) gen Westen. Zwischen dem Flensburger Raum und Owschlag verläuft die Grenze in relativer Nord-Süd-Richtung (u. a.: Schuby bei Schleswig, Weesby westlich von Flensburg). Die Nordseeküste erreicht das Gebiet erst im heutigen Dänemark (Koldby nordwestlich von Tondern, Havneby auf Rømø). Bereits das rund 10 Kilometer südlich von Eckernförde gelegene Haby ist eine Exklave der -by-Ortsnamen und gehört etymologisch auch nicht zu den Ortsnamen skandinavischen Ursprungs; Haby ist entweder nach einem ehemaligen Besitzer der Fläche oder nach der Hagebutte benannt worden.

Beispiele für Ortsnamen in Südschleswig (deutscher Teil des Herzogtums Schleswig):

In der Liste schleswigscher Ortsnamen werden weitere Ortsnamen mit -by aufgeführt. Beim Flensburger Ort Trögelsby soll die Endung auf Grund eines Mißverständnisses entstanden sein. Der Name Flüchteby, für einen Teil des Flensburger Stadtteils Fruerlund, entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich dort Flüchtlinge ansiedelten und ein neues Viertel gründeten.[3]

Sächsischer Ursprung

Die elbostfälischen Ortsnamen auf -by gehen auf das altsächsische bogi „Biegung“ zurück. Die Orte, die so heißen, liegen meistens an Flusskrümmungen. Beispiele: Brumby, Steckby, Barby961 Barbogi. [4]

Siehe auch

Quellen

  1. a b Harry Ståhl: Ortnamn och ortnamnsforskning, Almqvist & Wiksell Förlag, Stockholm 1970, andra upplagan 1976, ISBN 91-20-04466-6; S. 71
  2. Gustav Indrebø: Norsk Målsoga, Bergen 1951; S. 96
  3. Vgl. Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: Flüchteby
  4. Wilhelm Sturmfels, Heinz Bischof: Unsere Ortsnamen im ABC erklärt nach Herkunft und Bedeutung, Ferdinand Dümmlers Verlag, dritte Auflage, Bonn 1961; Stichwort -by