Harfenburg

Ringgraben, rechts die Kernburg

Alternativname(n) Harpfenberg[1]
Staat Deutschland (DE)
Ort Heddesbach
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Gräben, Wälle
Geographische Lage 49° 29′ N, 8° 49′ OKoordinaten: 49° 29′ 21,1″ N, 8° 49′ 20,6″ O
Höhenlage 315 m ü. NN

Die Harfenburg ist die Ruine einer hochmittelalterlichen Höhenburg über Heddesbach im Rhein-Neckar-Kreis im Nordwesten Baden-Württembergs.

Lage

Die Ruine liegt in 315 Metern Höhe auf einem Sporn des Schloßbuckels im Odenwald über dem Tal des Laxbachs. Vom etwa einen Kilometer südlich im Tal gelegenen Heddesbach führt ein Hohlweg zur Ruine.

Geschichte

Nach der Harfenburg ist die Familie der Herren von Harfenberg benannt. Im Jahr 1200 wurde erstmals ein Bligger von Harpfenberg urkundlich erwähnt. Es gilt als sicher, dass er zur Familie der Steinacher gehörte. Zusammen mit der Burg Hundheim, bei Neckarhausen im Süden gelegen, gilt die Harfenburg als älteste Burganlage im südlichen Odenwald. Sie wurde vermutlich im 12. Jahrhundert angelegt und beherrschte als Stammsitz der Harfenberger die Dörfer Heddesbach, Brombach und Langenthal.

Mit dem Niedergang der Harfenberger fiel die Burg um 1300 an die Kurpfalz, die sie 1314 an die Herren von Hirschhorn verpfändete. 1340 wurde Engelhard von Hirschhorn vom Pfalzgrafen aufgefordert, den von ihm der Burg zugefügten „großen Schaden“ zu beheben. Ob es dazu kam, ist nicht geklärt. Ab dem 15. Jahrhundert wird die Burg nur noch als Flurname erwähnt. Funde aus der archäologischen Grabung 1963/64 des Landesdenkmalamts datieren hauptsächlich auf das 13. Jahrhundert. Das im 20. Jahrhundert gestaltete Gemeindewappen von Heddesbach spielt mit der Harfe auf das alte Wappen der Harfenberger bzw. Steinacher an.

Anlage

Von der Harfenburg haben sich nur spärliche Überreste erhalten. Die künstliche Formung des Geländes zeichnet sich aber deutlich ab. Die heute baumbewachsene Kernburg hat einen Grundriss von etwa 30 mal 20 Metern. Zum Hang hin liegt darin ein Schutthügel eines Turms. Umgeben wird die Kernburg von einem Ringgraben. Zum Bergmassiv hin sichern zwei weitere Gräben den Zugang.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen geographisch-historischen Beschreibung der Kurfürstl. Pfalz am Rheine, Band 1, Frankfurt / Leipzig 1786, S. 338