Das Organigramm (Kofferwort aus Organisation und Diagramm bzw. Kurzform von Organisationsdiagramm, auch Organisationsplan, Organisationsschaubild, Strukturplan, Stellenplan) ist eine grafische Darstellung der Aufbauorganisation einer Organisation, welche deren organisatorische Einheiten, Aufgabenverteilung (bzw. Hierarchieebenen) und Kommunikationsbeziehungen offenlegt. Damit werden die Leitungsbeziehungen zwischen den einzelnen Organisationseinheiten in übersichtlicher Form abgebildet. Es wurde erstmals von dem Eisenbahnmanager Daniel Craig McCallum (1815–1878) um 1855 angewendet.[1]

Allgemeines

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Übliche Darstellungsformen in der Praxis sind das horizontale und das vertikale Organigramm sowie Mischformen aus beiden. Zur Visualisierung werden Symbole verwendet, beispielsweise werden Linienstellen im Regelfall als Kästchen (mit oder ohne Stelleninhaber) und unterstützende Stellen als Kreise (Stabsstellen) sowie deren Verbindungen als durchzogene Linien dargestellt.

Auskünfte über folgende organisatorische Sachverhalte sind in einem Organigramm enthalten:

Wichtige Spielregeln einer Organisation werden für alle sichtbar, seine Innenwirkung darf deshalb nicht unterschätzt werden, es ist die Landkarte jedes Unternehmens. Die formale Erstellung von Organigrammen ist meist firmenintern festgelegt. Bei der Erstellung eines Organigramms ist der Detaillierungsgrad von Bedeutung. Es sollte geprüft werden, ob jeder Mitarbeiter des Unternehmens abgebildet werden soll oder ob einzelne Mitarbeitergruppen ausreichend sind. Handelt es sich etwa um eine Reorganisation, muss jede Stelle berücksichtigt werden.

Grafische Darstellung

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Bezüglich der grafischen Darstellung gibt es keine allgemein gültige Regelung, allerdings hat sich in der Praxis Folgendes etabliert:

Symbole Organigramm

Des Weiteren gibt es folgende Möglichkeiten der Darstellung:

Beispiel für ein Organigramm:

Beispiel: Organigramm

Vor- und Nachteile

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Ein solcher Organisationsplan hat nicht nur Vorzüge zu verzeichnen, sondern er ist auch kritisch zu betrachten. Während in kleinen Unternehmen nur wenige Hierarchiestufen zu verzeichnen sind, gibt es in Großunternehmen viele Stufen der Hierarchie (mit Bereichen, Abteilungen, Gruppen und Einzelstellen).

Vorteile Nachteile
  • hierarchische Strukturen werden ersichtlich (Organisationsform)
  • Regelung der Zuständigkeiten
  • unterstützend bei kritischen Geschäftsentscheidungen
  • effizienter Informationsaustausch
  • stark vereinfachend
  • Probleme der Darstellungstechnik
  • ohne geeignete Software sehr zeitintensiv und aufwendig
  • keine DIN-Normen

Software

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Es gibt eine Reihe von Software-Produkten, mit denen man unter anderem auch Organigramme zeichnen kann. Dazu gehören Dia, KDissert und Kivio für Linux, Microsoft Visio oder Microsoft PowerPoint, SmartDraw und LibreOffice Draw für Windows und Mac OS X und OmniGraffle für Mac OS X. Plattformübergreifendes Erstellen und Bearbeiten von Organigrammen ist unter anderem mit der Web-Anwendung orginio[2] oder den Diagrammeditoren yEd und diagrams.net (auch als Web-Anwendung verfügbar) möglich.

Darüber hinaus gibt es dezidierte Organigramm-Software wie z. B. Ingentis org.manager[3] oder OrgPlus, welche Organigramme basierend auf vorhandenen Daten (wie z. B. aus SAP, PeopleSoft oder Oracle ERP) erstellen können.

Literatur

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Wiktionary: Organigramm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Organigramme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Zitiert in: Alfred D. Chandler: Strategy and structure. Chapters in the History of the Industrial Enterprise. M.I.T. Press, Cambridge MA 1962, S. 21–22.
  2. orginio: orginio.
  3. Ingentis: Ingentis org.manager. Zugriff: 27. Juli 2015