Betonungszeichen oder Akzent Unicodeblock Hebräisch
Zeichen
֡
Unicode U+05A1
Pazer
פָּזֵ֡ר
Pazer qatan
פָּזֵר קָטָ֡ן

Pazer ֡ , hebräisch פָּזֵר ist eine Trope (von griechisch τρόπος tropos, dt.: Betonung, Melodie, Ton, Gesang) in der jüdischen Liturgie zählt zu den biblischen Satz-, Betonungs- und Kantillationszeichen Teamim, die im Tanach erscheinen. Es wird auch Pazer qatan פָּזֵר קָטָן genannt. Pazer qatan bedeutet kleines Pazer im Gegensatz zu Pazer gadol, dem großen Pazer, das auch Qarne para genannt wird.

Beschreibung

Pazer
פָּזֵ֡ר ֡ דָּבׇ֡ר
Biblische Betonungszeichen
Sof pasuq ֽ ׃   Paseq ׀
Etnachta ֑   Segol ֒
Schalschelet ֓   Zakef katan ֔
Zakef gadol ֕   Tipcha ֖
Rewia ֗   Zinnorit ֘
Paschta ֙   Jetiw ֚
Tewir ֛   Geresch ֜
Geresch muqdam ֝   Gerschajim ֞
Qarne para ֟   Telischa gedola ֠
Pazer ֡   Atnach hafuch ֢
Munach ֣   Mahpach ֤
Mercha ֥   Mercha kefula ֦
Darga ֧   Qadma ֨
Telischa qetanna ֩   Jerach ben jomo ֪
Ole we-Jored ֫ ֥   Illuj ֬
Dechi ֭   Zarqa ֮
Rewia gadol ֗   Rewia mugrasch ֜ ֗
Rewia qaton ֗   Mahpach legarmeh ֤ ׀
Azla legarmeh ֨ ׀ Kadma we-asla ֨ ֜
Maqqef ־ Meteg ֽ

Symbol

Das Symbol für Pazer ähnelt einem nach oben gespiegelten h, es steht über dem Konsonanten der ersten betonten Silbe.

Bedeutung

Das hebräische Wort פָּזֵ֡ר bedeutet übersetzt Verteilung oder Verbreitung. Dies bezieht sich auf die große Anzahl von Noten in der Melodie. Es zeigt, wie weit die Göttlichkeit auf die Worte verteilt ist.[1][2]

Grammatik

Grammatikalisch gesehen ist Pazer eine schwache Disjunktion der untersten Ebene.[3] Pazer teilt Gruppen mit Rewia, Paschta, Tewir oder Zarkqa als übergeordnete Trenner. Manchmal unterteilt es ein Geresch-Segment.[3] Ein Pazer kann alleine stehen, ein Pazer-Segment hat keine untergeordneten disjunktiven Tropen mehr, kann dafür bis zu 6 mal Munach enthalten.[4]

Häufig folgt einem Pazer-Segment ein Geresch-Segment.[3] Dem Pazer geht in der Regel bei einem Zwei-Worte-Segment ein Munach voraus. Dieser Munach wird bei einem Drei-Worte-Segment wiederholt.[5] Dem Pazer kann auch ein Telischa gedola oder ein Telischa qetanna folgen. In einigen Fällen folgt dem Pazer-Segment ein weiteres Pazer-Segment.

Pazer wird verwendet, um ein Wort beim Singen deutlich zu verlängern.[6] Damit soll die Bedeutung des jeweiligen Wortes stärker hervorgehoben und betont werden.[7] In seltenen Fällen wird Pazer durch das noch stärker ausgestaltete Qarne para ersetzt, das deswegen auch Pazer gadol genannt wird, ohne dass das einer grammatikalischen Regel folgt. In diesem Fall soll etwas Bedeutsames im Text hervorgehoben werden.[8]

Vorkommen

Die Tabelle zeigt das Vorkommen von Pazer in den 21 Büchern.[9]

Teil des Tanach Pazer
Tora 154
Vordere Propheten 243
Hintere Propheten 177
Ketuvim 284
Gesamt 858

Melodie

Literatur

Einzelnachweise

  1. Hellner-Eshed, S. 264–265.
  2. Wickes übersetzt Pazer mit shake oder trill, also schütteln oder trillern und bezieht diesen Namen auf die musikalische Ausführung des Zeichens. Wickes, poetical books S. 17. Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3Dtreatiseonacpoet00wickuoft~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn31~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D.
  3. a b c Joshua R. Jacobson: Chanting the Hebrew Bible. 2005, S. 74.
  4. James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible: Concordance …. 1. Band, S. 235 f.
  5. Joshua R. Jacobson: Chanting the Hebrew Bible. 2005, S. 74–75.
  6. Chani Haran Smith: Tuning the soul: music as a spiritual process in the teachings of Rabbi Naḥman of Bratzlav. S. 29.
  7. Avigdor HaLevi Nebenzahl: Tit’haru! The Ten days of repentance. S. 162.
  8. James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible: Concordance …. 1. Band, S. 239.
  9. James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible: Concordance …. 1. Band, S. 5.