Richard James Youle (* 20. September 1952 in Concord, Kalifornien)[1] ist ein US-amerikanischer Neurobiologe und Molekularbiologe. Er ist Leiter der Sektion Biochemie im National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) der National Institutes of Health (NIH) in Bethesda, Maryland.

Youle studierte am Albion College mit dem Bachelor-Abschluss 1974 und wurde 1977 an der University of Southern California in Biologie promoviert. Damals arbeitete er über das Gift Ricin. 1978 bis 1980 war er Mitglied im National Institute of Mental Health (NIMH) der National Institutes of Health, von 1981 bis 1984 als Seniormitglied im Labor für Neurochemie. Er forschte anfangs über toxische, zellspezifische Proteine. Ab 1984 war er dort Senior Investigator, ab 1985 in der Abteilung chirurgische Neurologie (Surgical Neurology) als Principal Investigator. Dort war er an klinischen Tests für neue Behandlungsstrategien von Gehirntumoren beteiligt sowie von neuartigen Methoden der Knochenmarktransplantation.[2] Er leitet die Sektion chirurgische Neurologie und Biochemie am NINDS.

Youle untersuchte in seinem Labor am NINDS danach molekulare Mechanismen des programmierten Zelltods und der Rolle von dessen Regulation im Zusammenspiel von Bcl-2 und Mitochondrien. Youle fand, dass ein wichtiger Schritt bei der Einleitung des Zelltods die Wanderung von Bcl-xL und Bax, zwei Mitgliedern der Bcl-2 Proteinfamilie, aus dem Cytosol in die Mitochondrien ist. Seine Gruppe fand aber auch, dass die Mitglieder der Bcl-2 Familie eine Rolle in der Regulierung der Morphogenese von Mitochondrien, die durch schnelle Teilung und Fusion dynamische Netzwerke in Zellen bilden, in gesunden Zellen spielen. Er untersuchte auch weitere Proteine, die bei der Qualitätskontrolle dieser Mitochondrien-Dynamik eine Rolle spielen und fand, dass Mutationen der Gene für zwei große GTPasen bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen eine Rolle spielen. 2010 fand er mit Kollegen, dass die PINK1 und Parkin, die bei der Parkinson-Krankheit mutiert sind, Teil eines Kontrollmechanismus zur Detektion beschädigter Mitochondrien sind, der zu deren Vernichtung führt. Außerdem untersuchte er molekulare Mechanismen von Autophagie und Mitophagie.

1997 und 2011 erhielt er den NIH Director’s Award.

Für 2021 erhielt er den Breakthrough Prize in Life Sciences für die Aufklärung eines Qualitätskontrollweges, der beschädigte Mitochondrien beseitigt und dadurch vor der Parkinson-Krankheit schützt (Laudatio). Ebenfalls 2021 wurde Youle in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Er veröffentlichte über 200 wissenschaftliche Arbeiten und hält 26 Patente.[2]

Schriften (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. Lebens- und Karrieredaten American Men and Women of Science, Thomson Gale 2004
  2. a b Biographie bei der Michael J. Fox Foundation for Parkinson 's Research, abgerufen 12. September 2020
Personendaten
NAME Youle, Richard J.
ALTERNATIVNAMEN Youle, Richard James (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Neurobiologe und Molekularbiologe
GEBURTSDATUM 20. September 1952
GEBURTSORT Concord, Kalifornien