Globale Durchschnittstemperatur-Datensätze zeigen eine weitgehende Übereinstimmung über den Fortschritt und das Ausmaß der globalen Erwärmung: Die paarweisen Korrelationen sind größer als 99 %.

In der Wissenschaft herrscht ein starker wissenschaftlicher Konsens darüber, dass sich die Erde erwärmt und dass diese Erwärmung hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten verursacht wird. Dieser wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel, der seit spätestens Anfang der 1990er Jahre besteht[1][2], wird durch verschiedene Studien zu Standpunkten von Wissenschaftlern und durch Positionserklärungen von Wissenschaftsorganisationen gestützt, von denen viele ausdrücklich mit den Übersichtsarbeiten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) übereinstimmen. Darin heißt es, dass immer mehr Beobachtungen die Realität der globalen Erwärmung belegen und dass die in den letzten 50 Jahren beobachtete Erwärmung im Wesentlichen auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist.[3]

Die systematische Analyse der wissenschaftlichen Literatur ist eine weitere Möglichkeit, den wissenschaftlichen Konsens zu messen. Fast alle aktiv veröffentlichenden Klimawissenschaftler unterstützen den Konsens über den menschengemachten Klimawandel.[4][5] Dies wurde in vergleichenden Untersuchungen aktueller Publikationen immer wieder bestätigt. Eine Überprüfung wissenschaftlicher Arbeiten aus dem Jahr 2019 ergab, dass der Konsens über die menschliche Ursache des Klimawandels bei 100 % liegt,[6] und eine Studie aus dem Jahr 2021 kam zu dem Schluss, dass sich über 99 % der wissenschaftlichen Arbeiten bzgl. des menschengemachten Klimawandels einig sind.[7] Der kleine Prozentsatz der Studien, die nicht mit dem Konsens übereinstimmen, enthält häufig Fehler, oder kann nicht reproduziert werden.[8]

Seit 2007 bezweifelt kein nationales oder internationales wissenschaftliches Gremium mehr die Existenz des menschengemachten Klimawandels.[9] In jüngeren Übersichtsarbeiten gilt das Bestreiten des wissenschaftlichen Konsenses zum Klimawandel neben Trend-, Ursachen- und Folgenleugnung als vierte Hauptkategorie der Klimawandelleugnung.[10][11]

Konsenspunkte

Der aktuelle wissenschaftliche Konsens lautet:[12]

Es gibt viele Studien zum wissenschaftlichen Konsens.[4][6][12] Zu den meistzitierten gehört eine Studie aus dem Jahr 2013 mit fast 12.000 Abstracts von Peer-Review-Artikeln zur Klimawissenschaft, die seit 1990 veröffentlicht wurden, von denen etwas mehr als 4.000 Artikel eine Ansicht zur Ursache der jüngsten globalen Erwärmung äußerten. Von diesen stimmen 97 % explizit oder implizit zu, dass globale Erwärmung stattfindet und vom Menschen verursacht wird.[13] Es sei „sehr wahrscheinlich“[14], dass diese Erwärmung durch „menschliche Aktivitäten, insbesondere die Emissionen von Treibhausgasen“[15] in die Atmosphäre bedingt ist.[16] Die rein natürliche Veränderung des Klimas hätte einen leichten kühlenden und keinen wärmenden Effekt zur Folge gehabt.[17][18][19]

Diese wissenschaftliche Überzeugung wird in Systematischen Übersichtsarbeiten, von nationalem oder internationalen wissenschaftlichen Gremien und durch Meinungsumfragen unter Klimawissenschaftlern erfasst. Einzelne Wissenschaftler, Universitäten und Laboratorien tragen durch ihre mit Peer-Review geprüften Veröffentlichungen zur wissenschaftlichen Gesamtmeinung bei, und die allgemeine Gesamtmeinung und relative wissenschaftliche Sicherheit sind in diesen validierten Berichten und Erhebungen zusammengefasst.[9]

Nationale und internationale Akademien der Wissenschaften und wissenschaftliche Gesellschaften haben aktuelle wissenschaftliche Arbeiten zur globalen Erwärmung bewertet. Diese Bewertungen stimmen im Allgemeinen mit den Schlussfolgerungen des Intergovernmental Panel on Climate Change überein.

Einige wissenschaftliche Gremien haben Regierungen spezifische Richtlinien empfohlen, und die Wissenschaft kann eine Rolle bei der Information über eine wirksame Reaktion auf den Klimawandel spielen. Politische Entscheidungen können jedoch Werturteile erfordern und werden daher nicht in das wissenschaftliche Gutachten aufgenommen.

Kein wissenschaftliches Gremium von nationalem oder internationalem Rang vertritt eine Meinung, die von einem dieser Hauptpunkte abweicht. Das letzte nationale oder internationale wissenschaftliche Gremium, das eine abweichende Meinungen vertrat, war die American Association of Petroleum Geologists[20]. 2007 aktualisierte sie ihre Stellungnahme auf ihre aktuelle unverbindliche Position.[21] Einige andere Organisationen, vor allem solche mit dem Schwerpunkt Geologie, nehmen ebenfalls unverbindliche Positionen ein.

In jüngeren Übersichtsarbeiten gilt das Bestreiten des wissenschaftlichen Konsenses zum Klimawandel neben Trend-, Ursachen- und Folgenleugnung als vierte Hauptkategorie der Klimawandelleugnung.[22][23]

Übersichtsarbeiten

Systematische Übersichtsarbeiten sind Auswertungen wissenschaftlicher Literatur, die die Ergebnisse einer Reihe von Einzelstudien zusammenstellen, um ein breites Verständnis zu erreichen oder den Wissensstand zu einem bestimmten Thema zu beschreiben.

Sechster Sachstandsbericht des IPCC

Anstieg der globalen Oberflächentemperaturen im Zeitraum 1850 bis 2020 im Vergleich zu 1850–1900 gemäß sechstem Sachstandsbericht des IPCC. Schwarz: beobachteter Anstieg, rot: menschliche und natürliche Treiber, grün: nur natürliche Treiber.

Der IPCC hielt in seinem ab 2021 erschienenen sechsten Sachstandsbericht fest, es sei „unbestritten, dass der Mensch die Atmosphäre, die Ozeane und das Land erwärmt hat“ und dass bereits „weitreichende und schnelle Veränderungen in der Atmosphäre, den Ozeanen, der Kryosphäre und der Biosphäre“ eingetreten seien. „Das Ausmaß der jüngsten Veränderungen im Klimasystem als Ganzes und der gegenwärtige Zustand vieler Aspekte des Klimasystems“ sei inzwischen „beispiellos über viele Jahrhunderte bis Jahrtausende“, zudem wirke sich dieser explizit als „menschengemachter Klimawandel“ bezeichnete Effekt bereits auf eine Vielzahl von Wetter- und Klimaextreme in allen Regionen der Erde aus. Gemäß Bericht nahm die global gemittelte Oberflächentemperatur zwischen den Zeiträumen von 1850 bis 1900 und 2011 bis 2020 um 1,09 °C (Unsicherheitsspanne: 0,95 bis 1,20 °C) zu, wobei nach bester Schätzung 1,07 °C menschengemacht seien. Diese Erwärmung wird sich zunächst weiter fortsetzen und sowohl das 1,5- als auch das 2-Grad-Ziel überschreiten, sofern nicht die Emissionen von Kohlenstoffdioxid und weiteren Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten stark reduziert werden. Der Bericht hält zudem fest, dass „aus physikalisch-wissenschaftlicher Sicht die Begrenzung der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung auf ein bestimmtes Niveau eine Begrenzung der kumulativen CO2-Emissionen“ erfordert. Dafür müssten „mindestens Netto-Null-CO2-Emissionen erreicht werden“, zugleich aber auch andere Treibhausgasemissionen stark verringert werden.[24]

Fünfter Sachstandsbericht des IPCC

Der Fünfte Sachstandsbericht des IPCC (AR5) folgte dem gleichen allgemeinen Format wie der Vierte Sachstandsbericht, mit drei Arbeitsgruppenberichten und einer systematischen Übersichtsarbeit.[25] Der Bericht der Arbeitsgruppe I (WG1) wurde im September 2013 veröffentlicht.[25] In der Zusammenfassung des Berichts für politische Entscheidungsträger heißt es, dass die Erwärmung des Klimasystems „eindeutig“ ist.[26] Sie finde in einem Maße statt, das über Jahrzehnte bis Jahrtausende beispiellos sei. Treibhausgasemissionen, die hauptsächlich durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum getrieben werden, haben zu Treibhausgaskonzentrationen geführt, die seit mindestens 800.000 Jahren beispiellos sind.[26] Diese sind zusammen mit anderen anthropogenen Triebkräften „extrem wahrscheinlich“ (Wahrscheinlichkeit von mehr als 95 %) seit Mitte des 20. Jahrhunderts die vorherrschende Ursache der beobachteten globalen Erwärmung.[26]

In der Zusammenfassung heißt es weiter:

“Continued emission of greenhouse gases will cause further warming and long-lasting changes in all components of the climate system, increasing the likelihood of severe, pervasive and irreversible impacts for people and ecosystems. Limiting climate change would require substantial and sustained reductions in greenhouse gas emissions which, together with adaptation, can limit climate change risks.”

„Die anhaltende Emission von Treibhausgasen wird eine weitere Erwärmung und lang anhaltende Veränderungen in allen Komponenten des Klimasystems verursachen und die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender, allgegenwärtiger und irreversibler Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme erhöhen. Die Begrenzung des Klimawandels würde eine erhebliche und nachhaltige Reduzierung der Treibhausgasemissionen erfordern, die zusammen mit der Anpassung die Risiken des Klimawandels begrenzen können.“

Weitere Kernschlussfolgerungen sind im Folgenden zusammengefasst:[26][25]

The Guardian formulierte über die Veröffentlichung des Berichts:[27]

“In the end it all boils down to risk management. The stronger our efforts to reduce greenhouse gas emissions, the lower the risk of extreme climate impacts. The higher our emissions, the larger climate changes we'll face, which also means more expensive adaptation, more species extinctions, more food and water insecurities, more income losses, more conflicts, and so forth.”

„Am Ende läuft alles auf das Risikomanagement hinaus. Je stärker unsere Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen sind, desto geringer ist das Risiko extremer Klimafolgen. Je höher unsere Emissionen, desto größere Klimaveränderungen werden wir erleben, was auch teurere Anpassungen, mehr Artensterben, mehr Nahrungs- und Wasserunsicherheit, mehr Einkommensverluste, mehr Konflikte und so weiter bedeutet.“

The New York Times berichtete:[28]

“In Washington, President Obama's science adviser, John P. Holdren, cited increased scientific confidence "that the kinds of harm already being experienced from climate change will continue to worsen unless and until comprehensive and vigorous action to reduce emissions is undertaken worldwide."”

„In Washington zitierte der Wissenschaftsberater von Präsident Obama, John P. Holdren, die gestiegene wissenschaftliche Zuversicht, "dass die Schäden, die der Klimawandel bereits angerichtet hat, sich weiter verschlimmern werden, solange nicht umfassende und energische Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen weltweit ergriffen werden".“

Vierter Sachstandsbericht des IPCC

Zeitraffervideo der NASA: Die globalen Durchschnittstemperaturen sind gestiegen, wobei kühlere Temperaturen (in Blau dargestellt) sich im Allgemeinen zu wärmeren Temperaturen (in zunehmend intensiven Rottönen) geändert haben.

Im Februar 2007 veröffentlichte der IPCC eine Zusammenfassung des bevorstehenden Vierten Sachstandsberichts (AR4). Laut dieser Zusammenfassung ist der vierte Sachstandsbericht zu dem Ergebnis gekommen, dass menschliches Handeln „sehr wahrscheinlich“ die Ursache der globalen Erwärmung ist, was einer Wahrscheinlichkeit von 90 % oder mehr entspricht. Die globale Erwärmung wurde in diesem Fall durch einen Anstieg der durchschnittlichen globalen Temperaturen um 0,75 Grad in den letzten 100 Jahren gezeigt.[29]

Im vierten Sachstandsbericht des IPCC heißt es:[30]

U.S. Global Change Research Program

Ursachen der globalen Erwärmung (1750–2011) gemäß Fourth National Climate Assessment

Dreizehn Bundesbehörden der USA unter der Leitung der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) arbeiteten unter der Schirmherrschaft des United States Global Change Research Program (USGCRP) zusammen, um die vierte nationale Klimabewertung des Landes vorzubereiten, die wie unten beschrieben in zwei Bänden veröffentlicht wurde.

Der Climate Science Special Report: Fourth National Climate Assessment, Volume I (Oktober 2017) lieferte die folgende Zusammenfassung:

“This assessment concludes, based on extensive evidence, that it is extremely likely that human activities, especially emissions of greenhouse gases, are the dominant cause of the observed warming since the mid-20th century. For the warming over the last century, there is no convincing alternative explanation supported by the extent of the observational evidence.”

„Diese Einschätzung kommt aufgrund umfangreicher Beweise zu dem Schluss, dass menschliche Aktivitäten, insbesondere die Emissionen von Treibhausgasen, mit äußerster Wahrscheinlichkeit die dominierende Ursache für die beobachtete Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind. Für die Erwärmung im letzten Jahrhundert gibt es keine überzeugende alternative Erklärung, die durch das Ausmaß der Beobachtungsdaten gestützt wird.“

Maßnahmen

In der wissenschaftlichen Literatur wird ausführlich darüber diskutiert, welche Maßnahmen zur Reaktion auf den Klimawandel wirksam sein könnten.[31] Einige wissenschaftliche Gremien haben Regierungen spezifische Richtlinien empfohlen. Die Natur- und Sozialwissenschaften können eine Rolle bei der Beratung über wirksame Reaktionen auf den Klimawandel spielen. Politische Entscheidungen können jedoch Werturteile erfordern. Zum Beispiel hat der US National Research Council dazu Stellung genommen:

“The question of whether there exists a "safe" level of concentration of greenhouse gases cannot be answered directly because it would require a value judgment of what constitutes an acceptable risk to human welfare and ecosystems in various parts of the world, as well as a more quantitative assessment of the risks and costs associated with the various impacts of global warming. In general, however, risk increases with increases in both the rate and the magnitude of climate change.”

„Die Frage, ob es eine "sichere" Konzentration von Treibhausgasen gibt, kann nicht direkt beantwortet werden, da sie ein Werturteil darüber erfordert, was ein akzeptables Risiko für das menschliche Wohlergehen und die Ökosysteme in verschiedenen Teilen der Welt darstellt, sowie eine mehr quantitative Bewertung der Risiken und Kosten, die mit den verschiedenen Auswirkungen der globalen Erwärmung verbunden sind. Im Allgemeinen nimmt das Risiko jedoch mit zunehmender Geschwindigkeit und Ausmaß des Klimawandels zu.“

Sozialwissenschaftler,[32] Mediziner,[33] Ingenieure[32] und Philosophen[34] haben sich zu Wissenschaft und Politik des Klimawandels geäußert.

Stellungnahmen

Dies ist eine Liste von nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gremien, die offizielle Stellungnahmen abgegeben haben. Klassifiziert sind diese Organisationen danach, ob sie der IPCC-Ansicht zustimmen, sich neutral positionieren oder diese ablehnen. Mit Stand 2020 existieren weltweit rund 200 wissenschaftliche Organisationen, die den menschengemachten Klimawandel bestätigen, während keine einzige die Meinung äußert, dass der Klimawandel nicht vom Menschen verursacht wird.[35]

Zustimmung

Akademien der Wissenschaften

Seit 2001 haben 34 nationale Wissenschaftsakademien, drei regionale Akademien und sowohl der internationale InterAcademy Council als auch der International Council of Academies of Engineering and Technological Sciences formelle Erklärungen abgegeben, die die vom Menschen verursachte globale Erwärmung bestätigen und die Nationen auffordern, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Zu den 34 Stellungnahmen der nationalen Wissenschaftsakademien gehören 33, die gemeinsame Erklärungen und eine Einzelerklärung der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 2007 unterzeichnet haben.

Gemeinsame Erklärungen

Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

2021 publizierte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ein Factsheet „Klimawandel: Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten“ zum Klimawandel. In diesem hielt sie fest, dass der „allergrößte Anteil des zurzeit beobachteten Klimawandels“ vom Menschen verursacht werde und die seit 1951 beobachtete Temperaturerwärmung ohne die Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre nicht erklärbar sei. Gleichzeitig lieferten natürliche Faktoren wie die „Schwankungen der Sonneneinstrahlung, Vulkanausbrüche oder die natürliche Variabilität im Klimasystem [...] keine messbaren Beiträge zur globalen Erwärmung seit 1951“. Die Leuchtkraft der Sonne sei in dem Zeitraum sogar minimal gefallen. Zudem erklärte die Leopoldina, dass die gegenwärtige globale Erwärmung verglichen mit globalen Temperaturanstiegen in der Erdgeschichte „extrem rasch“ verlaufe.[41]

Polnische Akademie der Wissenschaften

Im Dezember 2007 gab die Generalversammlung der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Polska Akademia Nauk), die keine der gemeinsamen Erklärungen der nationalen Wissenschaftsakademien unterzeichnet hat, eine Erklärung ab, in der sie die Schlussfolgerungen des IPCC unterstützt.[42]

Neutral

American Association of Petroleum Geologists

Im Juni 2007 erklärte die Positionserklärung der American Association of Petroleum Geologists (AAPG) zum Klimawandel:

Die AAPG-Mitgliedschaft ist geteilter Meinung nach dem Grad des Einflusses, den anthropogenes CO2 zu jüngsten und potenziellen globalen Temperaturerhöhungen hat. ... Bestimmte Klimasimulationsmodelle sagen voraus, dass sich der Erwärmungstrend fortsetzen wird, wie von NAS, AGU, AAAS und AMS berichtet. Die AAPG respektiert diese wissenschaftlichen Meinungen, möchte jedoch hinzufügen, dass die aktuellen Prognosen zur Klimaerwärmung in gut dokumentierte natürliche Variationen der vergangenen Klima- und Temperaturdaten fallen könnten. Diese Daten unterstützen nicht unbedingt die in einigen Modellen prognostizierten Maximum-Case-Szenarien.

Vor der Verabschiedung dieser Erklärung war die AAPG die einzige große wissenschaftliche Organisation, die laut einer Erklärung des Council of the American Quaternary Association die Feststellung eines signifikanten menschlichen Einflusses auf das aktuelle Klima zurückwies.[20] Den Plan für eine Überarbeitung erläuterte AAPG-Präsident Lee Billingsly im März 2007:[43]

„Mitglieder haben gedroht, ihre Mitgliedschaften nicht zu erneuern ... wenn die AAPG ihre Position zum globalen Klimawandel nicht ändert ... Und mir wurde von Mitgliedern berichtet, die bereits in den Vorjahren aufgrund unserer aktuellen Position zum globalen Klimawandel ausgetreten sind ... Die aktuelle Grundsatzerklärung wird von einer erheblichen Anzahl unserer Mitglieder und zukünftigen Mitglieder nicht unterstützt.“

AAPG-Präsident John Lorenz kündigte im Januar 2010 den „Sonnenuntergang“ des Globalen Ausschusses für den Klimawandel der AAPG an. Der AAPG-Exekutivausschuss entschied:[44]

„Der Klimawandel ist für unsere Wissenschaft bestenfalls ein Randgebiet ... AAPG hat auf diesem Gebiet keine Glaubwürdigkeit ... und als Gruppe haben wir keine besonderen Kenntnisse der globalen atmosphärischen Geophysik.“

American Institute of Professional Geologists

In der offiziellen Stellungnahme der AIPG zur Umwelt heißt es, dass „die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Erzeugung von Treibhausgasen einschließlich Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) umfasst. Die Emissionen von Treibhausgasen werden von einigen als einer der größte, globale Umweltbedenken im Zusammenhang mit der Energieerzeugung aufgrund potenzieller Auswirkungen auf das globale Energiesystem und möglicherweise das globale Klima gesehen. Die Verwendung fossiler Brennstoffe ist die Hauptquelle für die erhöhte atmosphärische Konzentration von Treibhausgasen seit der Industrialisierung“.[45]

Ablehnung

Seit 2007, als die American Association of Petroleum Geologists eine überarbeitete Stellungnahme veröffentlichte, lehnt kein nationales oder internationales wissenschaftliches Gremium mehr die Ergebnisse der vom Menschen verursachten Auswirkungen auf den Klimawandel ab.[20][9]

Studien

Seit 2016 veröffentlichte Konsensstudien
Bis 2016 veröffentlichte Konsensstudien

Es wurden verschiedene Umfragen und Studien unter Wissenschaftlern durchgeführt, um die wissenschaftliche Meinung zur globalen Erwärmung zu bewerten. Sie kamen zu dem Schluss, dass fast alle Klimawissenschaftler die Idee des anthropogenen Klimawandels unterstützen.[5]

2004 publizierte die Geologin und Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes eine Studie zur wissenschaftlichen Literatur zum Klimawandel.[46] Sie analysierte 928 Abstracts von Artikeln zwischen 1993 und 2003 aus wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer-Review und kam zu dem Schluss, dass es einen wissenschaftlichen Konsens über die Realität des anthropogenen Klimawandels gibt.

Im Jahr 2007 befragte Harris 489 zufällig ausgewählte Mitglieder der American Meteorological Society und der American Geophysical Union. 97 % der befragten Wissenschaftler stimmten zu, dass die globalen Temperaturen in den letzten 100 Jahren gestiegen sind; 84 % gaben an, dass sie persönlich glaubten, dass eine vom Menschen verursachte Erwärmung auftritt, und 74 % stimmten zu, dass „derzeit verfügbare wissenschaftliche Beweise“ ihr Auftreten untermauern. Katastrophale Auswirkungen in 50–100 Jahren würden nach Ansicht von 41 % wahrscheinlich beobachtet, 44 % hielten die Auswirkungen für moderat und etwa 13 % sahen eine relativ geringe Gefahr. 5 % gaben an, dass sie der Meinung waren, dass menschliche Aktivitäten nicht zur Erwärmung des Treibhauses beitragen.[47]

Eine von Peter Doran und Maggie Kendall Zimmerman an der University of Illinois durchgeführte Umfrage erhielt Antworten von 3.146 der 10.257 befragten Geowissenschaftler. Die Ergebnisse wurden global und nach Spezialisierung analysiert und 2009 veröffentlicht.[48]

Die Autoren fassen die Ergebnisse folgendermaßen zusammen:[48]

“It seems that the debate on the authenticity of global warming and the role played by human activity is largely nonexistent among those who understand the nuances and scientific basis of long-term climate processes.”

„Es scheint, dass eine Debatte über die Realität der globalen Erwärmung und die Rolle des menschlichen Handelns unter denen, die die Nuancen und wissenschaftlichen Grundlagen langfristiger Klimaprozesse verstehen, weitgehend nicht existiert.“

Studien mit Peer-Review, die zustimmen, dass der menschengemachte Klimawandel existiert

Ein Artikel aus dem Jahr 2010 in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States überprüfte die Veröffentlichungs- und Zitationsdaten von 1.372 Klimaforschern und zog die folgenden zwei Schlussfolgerungen:[49]

“(i) 97–98% of the climate researchers most actively publishing in the field support the tenets of ACC (Anthropogenic Climate Change) outlined by the Intergovernmental Panel on Climate Change, and (ii) the relative climate expertise and scientific prominence of the researchers unconvinced of ACC are substantially below that of the convinced researchers.”

„(i) 97–98 % der Klimaforscher, die auf diesem Gebiet am aktivsten publizieren, unterstützen die Grundsätze des die Idee des menschengemachten Klimawandels, die vom Zwischenstaatlichen Gremium für Klimaänderungen skizziert wurden, und (ii) die relative Klimaexpertise und die wissenschaftliche Bedeutung der Forscher die vom menschengemachten Klimawandel nicht überzeugt sind, liegen deutlich unter denen der überzeugten Forscher.“

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2015, die 24.210 Artikel analysierte, die von 69.406 Autoren in den Jahren 2013 und 2014 veröffentlicht wurden, fand nur fünf Artikel von vier Autoren, die die anthropogene globale Erwärmung ablehnen. Über 99,99 % der Klimawissenschaftler stimmen der These zu, dass der menschengemachte Klimawandel existiert.[50]

Im November 2019 zeigte eine Untersuchung zu über 11.600 Peer-Review-Artikeln, die in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 veröffentlicht wurden, dass der Konsens 100 % erreicht hatte.[6]

Zwei weitere, im Oktober 2021 veröffentlichte Arbeiten bestätigten den wissenschaftlichen Konsens. Eine Gruppe um den Wissenschaftsjournalisten Mark Lynas knüpfte an die Methodik der Arbeit von John Cook und anderen aus dem Jahr 2013 an. Sie berücksichtigten 88.125 englischsprachige wissenschaftliche Arbeiten, die zwischen 2012 und November 2020 veröffentlicht worden sind und die sie anhand einer Schlüsselwortsuche in der Literaturdatenbank Web of Science fanden. Sie ordneten 3000 mittels einer Stichprobe gewählte Arbeiten anhand ihrer Abstracts in verschiedene Stufen der Zustimmung zum Konsens oder Ablehnung des Konsenses ein. Darüber hinaus versuchten sie mit einer zusätzlichen Suche nach weiteren Schlüsselbegriffen möglichst alle ablehnenden Arbeiten in der Gesamtmenge zu identifizieren. Sie fanden unter den 88.125 Arbeiten insgesamt 28, die den Konsens implizit oder explizit ablehnten. Die Zustimmung lag damit insgesamt bei deutlich über 99 %.[51] Eine weitere Gruppe befragte Geowissenschaftler nach ihrer Zustimmung. Über 90 % der Antwortenden stimmten dem Konsens zu, wobei die Zustimmung mit dem Grad der Expertise zunahm. Gegenüber der ähnlichen Befragung von Doran und Zimmermann aus dem Jahr 2009 hatte sich die Zustimmung von Wirtschaftsgeologen auf 84,1 % und die von Meteorologen auf 91 % erhöht. Unter den Klimaexperten mit 20 oder mehr Fachbeiträgen lag die Zustimmung zu der Aussage, dass sich die Erde größtenteils infolge menschlicher Aktivität erwärmt, bei 100 %.[52]

Existenz

Die Öffentlichkeit in verschiedenen Ländern unterschätzt den Grad des wissenschaftlichen Konsenses über den menschengemachten Klimawandel erheblich.[53] Studien aus den Jahren 2019–2021 ergaben einen wissenschaftlichen Konsens von 98,7–100 %.[54][55][56]

In der öffentlichen Diskussion wird häufig die Frage gestellt, ob es einen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel gibt.[57] Mehrere wissenschaftliche Organisationen haben in ihren Stellungnahmen explizit den Begriff „Konsens“ verwendet:

Einzelnachweise

  1. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 178.
  2. Uri Shwed, Peter S. Bearman: The Temporal Structure of Scientific Consensus Formation. In: American Sociological Review. Band 75, Nr. 6, 2010, S. 817–840, doi:10.1177/0003122410388488.
  3. IPCC AR6 Working Group 1: Summary for Policymakers. Abgerufen am 17. September 2023 (englisch).
  4. a b Peter T. Doran, Maggie Kendall Zimmerman: Examining the Scientific Consensus on Climate Change. In: Eos, Transactions American Geophysical Union. Band 90, Nr. 3, 2009, ISSN 0096-3941, S. 22, doi:10.1029/2009EO030002 (wiley.com [abgerufen am 13. Juli 2021]).
  5. a b John Cook, Naomi Oreskes, Peter T Doran, William R L Anderegg, Bart Verheggen: Consensus on consensus: a synthesis of consensus estimates on human-caused global warming. In: Environmental Research Letters. Band 11, Nr. 4, 1. April 2016, ISSN 1748-9326, S. 048002, doi:10.1088/1748-9326/11/4/048002 (iop.org [abgerufen am 13. Juli 2021]).
  6. a b c James Powell: Scientists Reach 100% Consensus on Anthropogenic Global Warming. In: Bulletin of Science, Technology & Society. Band 37, Nr. 4, Dezember 2019, ISSN 0270-4676, S. 183–184, doi:10.1177/0270467619886266 (sagepub.com [abgerufen am 13. Juli 2021]).
  7. Lynas, Mark; Houlton, Benjamin Z.; Perry, Simon: Greater than 99% consensus on human caused climate change in the peer-reviewed scientific literature. In: Environmental Research Letters. Band 16, Nr. 11, 19. Oktober 2021, S. 114005, doi:10.1088/1748-9326/ac2966 (iop.org).
  8. Rasmus E. Benestad, Dana Nuccitelli, Stephan Lewandowsky, Katharine Hayhoe, Hans Olav Hygen: Learning from mistakes in climate research. In: Theoretical and Applied Climatology. Band 126, Nr. 3-4, November 2016, ISSN 0177-798X, S. 699–703, doi:10.1007/s00704-015-1597-5 (springer.com [abgerufen am 13. Juli 2021]).
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  11. Kathie M. d'I. Treen et al.: Online misinformation about climate change. In: WIREs Climate Change. Band 11, Nr. 5, 2020, doi:10.1002/wcc.665.
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  15. D.J. Wuebbles, D.W. Fahey, K.A. Hibbard, B. DeAngelo, S. Doherty: Executive summary. Climate Science Special Report: Fourth National Climate Assessment, Volume I. U.S. Global Change Research Program, 2017, doi:10.7930/j0dj5ctg (globalchange.gov [abgerufen am 13. Juli 2021]).
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  20. a b c Julie Brigham-Grette, Scott Anderson, John Clague, Julia Cole, Peter Doran: Petroleum geologists' award to novelist Crichton is inappropriate. In: Eos, Transactions American Geophysical Union. Band 87, Nr. 36, 2006, ISSN 0096-3941, S. 364, doi:10.1029/2006EO360008 (wiley.com [abgerufen am 13. Juli 2021]).
  21. Naomi Oreskes: The Scientific Consensus on Climate Change: How Do We Know We’re Not Wrong? In: Climate Modelling. Springer International Publishing, Cham 2018, ISBN 978-3-319-65057-9, S. 58–59, doi:10.1007/978-3-319-65058-6_2 (springer.com [abgerufen am 13. Juli 2021]).
  22. Karin Edvardsson Björnberg et al.: Climate and environmental science denial: A review of the scientific literature published in 1990–2015. In: Journal of Cleaner Production. Band 167, 2017, S. 229–241, doi:10.1016/j.jclepro.2017.08.066.
  23. Kathie M. d'I. Treen et al.: Online misinformation about climate change. In: WIREs Climate Change. Band 11, Nr. 5, 2020, doi:10.1002/wcc.665.
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  64. The University of Queensl, Australia Brisbane St Lucia, QLD 4072 +61 7 3365 1111 Other Campuses: UQ Gatton, UQ Herston Maps, Directions © 2021 The University of Queensl: Consensus declaration on coral reef futures. Abgerufen am 13. Juli 2021 (englisch).